Dokument lesen
-
vom 03.06.2026 PDF
#1021
Fenster schließen und zurück
Wir Freie Demokraten wollen den Euro als starke und stabile Gemeinschaftswährung sichern.
#1022Dazu bedarf es gemeinsamer Regeln, die eingehalten werden.
#1023Unvernünftiges Wirtschaften und übermä ßige Verschuldung einzelner Mitgliedstaaten sind in einer Währungsunion stets unsolidarisch, weil sie allen Mitgliedstaaten schaden.
#1024Daher wollen wir das stabilitätsorientierte Regelwerk von Maastricht robuster machen (Maastricht 2.0): Künftig soll es nach einem Defizitverfahren automatische Sanktio nen gegen Mitgliedstaaten geben, die nicht politisch ausgehebelt werden können.
#1025Die Auszahlung von Kohäsionsmitteln soll an die Einhaltung des Fiskalpakts durch den jeweiligen Mitgliedstaat geknüpft werden.
#1026Außerdem müssen auch nicht finanzielle Sanktionen möglich sein, wie etwa die Aussetzung des Stimmrechts im Rat der Wirtschafts- und Finanzminister.
#1027Ferner befürworten wir Freie Demokra ten die Erarbeitung eines Regelwerkes für den einvernehmlichen Austritt aus dem Euroraum – als Ul tima Ratio – bei gleichzeitigem Verbleib in der Europäischen Union sowie für eine spätere Möglichkeit der Wiedereinführung der Gemeinschaftswährung.
#1028Europäischer Währungsfonds – Hilfe zur Selbsthilfe
#1029Wir Freie Demokraten bekennen uns zur Verantwortung der Mitgliedstaaten für ihre eigenen Haus halte.
#1030Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten bedeutet, ohne eine Vergemeinschaftung von Schul den auszukommen, etwa in Form von Eurobonds.
#1031Wir wollen den Europäischen Stabilitätsmechanis mus (ESM) zu einem Europäischen Währungsfonds (EWF) umbauen, der intergouvernemental aufge baut ist.
#1032Der in Deutschland verfassungsrechtlich garantierte Parlamentsvorbehalt steht für uns nicht zur Disposition.
#1033Der EWF soll wie bisher der ESM nur in einer konkreten Notlage Hilfe leisten können, wenn dies unabdingbar ist, um die Stabilität des Euro-Währungsgebiets insgesamt zu wahren.
#1034Er soll Staaten nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit einem strengen Anpassungsprogramm wieder auf die Beine helfen.
#1035Um die Verantwortung der privaten Geldgeber zu stärken, wollen wir einen In solvenzmechanismus für Staaten einführen: Bevor an ein Mitglied der Eurozone öffentliche Mittel aus dem EWF fließen, muss es künftig eine Beteiligung der privaten Gläubiger dieses Staates an den Stabi lisierungslasten geben, zumindest in Form einer Laufzeitverlängerung der jeweiligen Staatsanleihen.
#1036Eine solche Beteiligung des Privatsektors wäre gleichzeitig die wirksamste Krisenprävention, weil ein Staat sich dann in der Regel gar nicht erst unangemessen hoch verschulden könnte.
#1037Auch müssen der EWF und der Finanzstabilitätsrat mit ihrer analytischen Kompetenz bereits frühzeitig in die Krisenprä vention eingebunden werden.
#1038Bargeld bleibt Zahlungsmittel in der EU
#1039Wir Freie Demokraten sprechen uns für die Beibehaltung des Bargeldes aus.
#1040Es soll auch zukünftig europaweit möglich sein, mit Bargeld zu zahlen.
#1041Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden über das Zahlungsmittel.
#1042Für Investitionen und Arbeitsplätze
#1043Wir Freie Demokraten wollen privates Kapital für Investitionen mobilisieren, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.
#1044Die Menschen in vielen europäischen Ländern leiden unter hoher Arbeitslosigkeit und schlechten Zukunftsperspektiven.
#1045Diese Entwicklung gefährdet auch die politische Stabilität Europas.
#1046Neben Strukturreformen und einer Gesundung des Finanzsektors setzen wir auf eine Stärkung der Eu ropäischen Investitionsbank, die Umgestaltung der Strukturförderung im EU-Haushalt hin zu mehr Zu kunftsinvestitionen und die Vertiefung des Binnenmarktes, gerade auch der Möglichkeiten für Arbeit nehmerinnen und Arbeitnehmer, sich in der gesamten Europäischen Union um Arbeit zu bemühen.
#1047Wirtschaftswachstum lässt sich nämlich nicht mit immer mehr Staatsausgaben erkaufen – es entsteht durch unternehmerische Initiative und neue Ideen.
#1048Europäischer Investitionsfonds zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Wir Freie Demokraten unterstützen die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Fonds, der private Investitionen verstärkt.
#1049Dieser Investitionsfonds soll die Heterogenität, auch innerhalb der Eurozone, abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozonenstaaten stärken, um die wirtschaftliche Zukunft Europas zu sichern.
#1050Einen Eurozonenhaushalt, der Anreize für kurzfristige Konjunkturprogramme setzt, statt grundlegende Strukturreformen zu begünstigen, lehnen wir ab.
#1051Wir werden alle gegenwärtig dis kutierten Vorschläge an diesen Kriterien messen.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: