Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 01.03.2026 PDF
#374
Europäische Drogen- und Suchtpolitik Der Genuss von Rauschmitteln ist positiver Bestandteil jeder Kultur.
#375
Ebenso ist das Phänomen der Sucht im Wesen des Menschen angelegt.
#376
Die Verbotspolitik, bzw.
#377
der “Krieg gegen Drogen” ist weltweit gescheitert.
#378
Diese Tatsachen müssen wir anerkennen und die Drogenpolitik der letzten Jahrzehnte neu bewerten.
#379
Ohne Vorurteile respektieren wir die Entscheidung jedes Einzelnen zu verantwortungsvollem Genuss von Rauschmitteln.
#380
Um aus Missbrauch entstehende Schäden am Einzelnen und an der Gesellschaft abzuwenden, setzen wir auf Aufklärung.
#381
Nicht gegen Drogen, sondern für den Menschen setzen wir uns ein.
#382
Die “Europäische Drogenstrategie” zielt zurzeit auf Verbot und Abdrängung des Drogenkonsums in die Illegalität.
#383
Sie muss zu einer akzeptierenden und menschenwürdigen Europäischen Drogen- und Suchtpolitik umgestaltet und weiterentwickelt werden.
#384
Für Aufklärung und Schadensbegrenzung Ein Drogenkonsument darf niemals bestraft werden für Anbau, Herstellung, Erwerb oder Besitz von Rauschmitteln für den Eigenbedarf oder deren Konsum.
#385
Hauptziel der Drogen- und Suchtpolitik muss vielmehr die Vermeidung schädlichen Konsumverhaltens sein.
#386
Sie muss Hilfsangebote machen, wenn dies fehlschlägt.
#387
Wir PIRATEN fordern daher einen Auf- und Ausbau einer vorurteilsfreien Aufklärung über Suchtstoffe und den Umgang mit ihnen.
#388
Diese Forderung bezieht sich ausdrücklich auch auf gesellschaftlich akzeptierte Drogen, wie Alkohol, Nikotin und bestimmte Medikamente.
#389
Einbezogen werden sollen auch Verhaltenssüchte, wie z.
#390
Kaufsucht, Spielsucht oder Arbeitssucht.
#391
Solange Drogen zu einem erheblichen Teil aus illegalen Quellen bezogen werden, müssen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung (harm reduction) hinzukommen.
#392
Wir PIRATEN fordern insbesondere, dass die breite Verfügbarkeit niedrigschwelliger Prüfmöglichkeiten für Suchtstoffe (drug checking) und von Empfehlungen zu risikoarmem Konsum europaweit verbessert wird.
#393
Dazu muss ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, der dies ermöglicht.
#394
Abhängigkeit muss europaweit einheitlich als Krankheit anerkannt werden.
#395
Auch suchtkranke Menschen haben Anspruch auf eine menschenwürdige Behandlung.
#396
Gemeinsame Standards für suchtspezifische Therapien bilden eine wichtige Grundlage dafür.
#397
Für Bekämpfung der Drogenkriminalität durch legale Bezugsmöglichkeiten Wir PIRATEN fordern einen Umgang mit Rauschmitteln, der ausdrücklich eine legale Versorgung der Konsumenten zulässt.
#398
Sie dürfen dazu nicht, wie heute, in Kontakt mit der organisierten Kriminalität gebracht werden.
#399
Jugendschutz und Qualitätskontrollen werden so erst ermöglicht.
#400
Suchtkranke Menschen werden vor kriminellen Milieus geschützt und können so wieder ins gesellschaftliche Leben finden.
#401
Um speziell den weit verbreiteten Genuss von Cannabis aus der Illegalität herauszuführen, muss ein offener Umgang mit sogenannten “Cannabis Social Clubs” (Erzeugergemeinschaften) gefunden werden.
#402
Für die Neubewertung internationaler Übereinkünfte Internationale Abkommen müssen eine Entkriminalisierung von Drogenkonsumenten und die Bereitstellung legaler Bezugsmöglichkeiten erlauben.
#403
Nur so kann der organisierten Kriminalität wirksam begegnet werden.
#404
Abkommen, die dies nicht zulassen, sind zeitnah aufzukündigen und auch künftig nicht abzuschließen.


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