Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 06.03.2026 PDF
#21
Aufklärung, Emanzipation der Bürgerinnen und Bürger mit starken Rechten, die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern, der entschlossene Kampf gegen Diskriminierung, ein respektvoller, friedlicher Umgang miteinander über Sprach- und Landesschranken hinweg – das ist eine Erfolgsgeschichte ohne Gleichen.
#22
Ein Selbstläufer ist diese Geschichte nicht.
#23
Wir treten dafür an, dass das europäische Projekt nicht noch weiter an Vertrauen verliert.
#24
Immer mehr Europäerinnen und Europäer zweifeln und gehen mit der EU hart ins Gericht.
#25
Sie nehmen Europa als abgehoben und bürokratisch wahr.
#26
Sie haben ganz andere Erwartungen an Europa.
#27
Sie wollen ein Europa, das sie beschützt – als Eltern, als Kinder, als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, als Arbeitslose, Rentner, Verbraucher, Sparer, als Investoren oder als Bürgerinnen und Bürger.
#28
Sie wollen kein Europa, das verantwortungslose Banken unterstützt, das in großem Stil Steuerflucht toleriert, das Entscheidungen hinter verschlossenen Türen trifft, das Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer gegeneinander ausspielt oder Kommunen drängt, die eigenen Wasserbetriebe oder die Sparkassen zu privatisieren.
#29
Damit Europa wieder mehr Vertrauen schafft und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in uns weckt, muss die europäische Idee neu gedacht werden.
#30
Wir brauchen einen Politik- und Stilwechsel in Europa.
#31
Wir brauchen mehr Beteiligung an europapolitischen Diskussionen und Entscheidungen.
#32
Wir müssen eine europäische Öffentlichkeit schaffen, die auch außerhalb von Spartenkanälen und Fachzeitschriften stattfindet.
#33
Wir müssen uns über die Zukunft Europas dauerhaft und auf demokratischem Weg streiten.
#34
Wahlen alle fünf Jahre sind bei weitem nicht genug für die Debatte, die wir brauchen!
#35
Wir müssen Europa eine neue Richtung geben.
#36
Offen, vielfältig, lernfähig muss es sein, nicht: geschlossen, elitär, bürokratisch.
#37
Wir müssen klarstellen, dass die Bürgerinnen und Bürger und das Parlament das letzte Wort haben, und nicht Technokraten oder gar Wirtschaftsinteressen.
#38
Wir müssen dafür sorgen, dass europäische Politik so gemacht wird, dass sie einen konkreten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger hat.
#39
Also: beim Schutz ihrer sozialen Rechte, nicht bei deren Abbau.
#40
Beim Schutz ihrer Spareinlagen, nicht für den Schutz von Banken.
#41
Beim Schutz der Umwelt, nicht ihrer Zerstörung.
#42
Beim Schutz der regionalen Vielfalt, nicht bei deren Einebnung.
#43
Wir wollen eine Politik für Europa, die nur das regelt, was nicht lokal, regional und national besser geregelt werden kann.
#44
Dort, wo es allerdings auf gemeinsame europäische Antworten ankommt, brauchen wir ein handlungsfähiges Europa mit starken demokratischen Institutionen.
#45
Das, was im 20. Jahrhundert mit der sozialen Marktwirtschaft im nationalen Rahmen gelungen ist, muss im 21. Jahrhundert auf europäischer Ebene erneut erkämpft und gesichert werden: Eine gerechte, demokratische und soziale Ordnung der Märkte, die das Wirtschaften auf den Wohlstand Aller und nicht den Reichtum einiger Weniger verpflichtet.
#46
Wir wollen erreichten Wohlstand behaupten und neuen erarbeiten.
#47
Dafür brauchen wir die beste Bildung, einen fairen Wettbewerb, gute Ideen und eine gehörige Portion Mut und Vertrauen – in die europäischen Werte und die Zukunft Europas.
#48
Die Europawahl 2014 ist angesichts dieser Herausforderungen die wichtigste Europawahl seit langem.
#49
Sie stellt politische Weichen, die mit darüber entscheiden werden, ob Europa weiter zusammenhält und sich gemeinsam aus der Krise heraus eine gute Zukunft entwickeln kann oder ob Europa zurückfällt in alte Muster nationaler Konkurrenz und nationaler Ressentiments, die letztlich Allen schaden und Frieden, Wohlstand und Demokratie auf unserem Kontinent in Frage stellen.
#50
Die Europawahl hat auch deshalb eine völlig neue Qualität, weil die Bürgerinnen und Bürger unmittelbarer als bisher erstmals darüber mitentscheiden werden, wer künftig Präsident der Europäischen Kommission sein wird.
#51
Als erste der Parteienfamilien hat die europäische Sozialdemokratie einen gemeinsamen Kandidaten für die Europawahl und das Amt des EU-Kommissionspräsidenten nominiert.


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