Dokument lesen
-
vom 18.07.2026 PDF
#770
Fenster schließen und zurück
BDK Dresden, 07.
#771Februar 2014 Neben den in diesem Programm beschriebenen Zielen b rauchen wir eine breite Diskussion dar- über, welche gemeinsamen Ziele wir für die soziale Absicherung in Europa sehen und wie die Zukunft der Sozialsysteme in einem zusammenwachsend en Europa aussehen soll.
#772Solidarität und Zusammenhalt müssen in einer sich vertiefenden Europäischen Union neu gedacht werden; es geht nicht mehr nur um Solidarität mit den Benac hteiligten der „eigenen“ Gesellschaft, son- dern um gegenseitige Verantwortung für die Schwächs ten überall in Europa.
#773Wir müssen fürein- ander eintreten über nationale Grenzen hinaus.
#774Dies e Fragen über die Zukunft eines sozialen Europa sollen bei dem Europäischen Konvent öffentli ch diskutiert werden.
#775Grenzüberschreitend sozial Als Folge der harten Sparmaßnahmen haben in vielen Ländern die Sozialausgaben und die Qua- lität der sozialen Sicherungssysteme abgenommen; di e Zahl der Bedürftigen ist hingegen gestie- gen.
#776Die von der Troika vorangebrachte Kürzungspoli tik wird oftmals für die Schleifung des Streikrechts und der Tarifverträge missbraucht.
#777Die s schädigt das Vertrauen in die EU und die Demokratie.
#778Armutsbekämpfung, Chancengleichheit bei Bildung und Ausbildung sowie soziale Inklusion sind uns wichtig.
#779Wir wollen diese EU-2020-Ziele für die Mitgliedstaaten verbindlich machen.
#780Bei der Erarbeitung der länderspezifischen Empfehlu ngen des Europäischen Semesters sollten die Sozialpartner angehört werden; soziale und Beschäft igungsindikatoren müssen in der wirtschaft- lichen Steuerung und damit in der Überprüfungsproze dur für makroökonomische Ungleichge- wichte verankert werden.
#781Die Kluft zwischen Arm und Reich wollen wir wieder abbauen und Reiche stärker an der Finan- zierung von öffentlichen Leistungen und den Altlast en der Krise beteiligen.
#782Unser europäischer Steuerpakt liefert gute Vorschläge für eine faire E rhöhung der staatlichen Einnahmen zur Finan- zierung der sozialen Grundaufgaben.
#783Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass mobile Arbeitn ehmerInnen über ihre sozialen Rechte um- fassend informiert und bei der Durchsetzung dieser Rechte unterstützt werden.
#784Dazu fordern wir den Ausbau der EU-Beratungsstellen.
#785Erworbene A nsprüche – in Bezug auf Gesundheit, Al- tersversorgung, Erwerbslosigkeit, Familienleistunge n sowie Arbeitsassistenzen und andere Teil- habeinstrumente für behinderte Menschen – sollen so überall in der EU leichter zugänglich ge- macht werden; administrative Hürden, wenn einE Arbe itnehmerIn den nächsten Job in einem anderen EU-Staat annimmt, sollen abgebaut werden.
#786Für in der EU mobile ArbeitnehmerInnen müssen zudem bessere Lösungen für die Wahrung al- ler sozialen Rechte, insbesondere aktuell für die M itnahme von Zusatzrentenansprüchen, gefun- den werden.
#787Wir begrüßen die Schritte zu einer vere infachten Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen – sie ist eine zentrale Vorausset zung für die Mobilität von ArbeitnehmerInnen in Europa.
#788Diesen Weg wollen wir weitergehen.
#789Ein soziales Europa heißt für uns auch, dass alle M enschen in Würde leben können.
#790Eine Grund- sicherung gewährleistet die soziokulturelle Teilhab e an der Gesellschaft.
#791Unser Ziel ist es, dass alle Menschen Anspruch auf eine soziale Grundsicher ung erhalten.
#792Die Höhe soll angelehnt sein an die wirtschaftliche und soziale Situation im jew eiligen Land und sich insbesondere an der EU- Armutsdefinition orientieren.
#793Wir setzen uns deshal b für eine europäische Rahmenrichtlinie für eine Grundsicherung ein, die grundlegende Prinzipie n europäisch festschreibt.
#794Gute Gesundheits- und Pflegeversorgung für al le Menschen in Europa Die europäische Grundrechtecharta fordert zu Recht einen allgemeinen Zugang aller Menschen zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung.
#795Auch i n diesem Bereich dürfen die Anstrengun- gen zur Bewältigung der Finanzkrise in den Mitglied staaten nicht dazu führen, dass insbesonde- BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Beschluss (vorläufig): Europawahlprogramm 2014 BDK Dresden, 07.
#796Februar 2014 S.
#797re für Menschen mit geringen Einkommen der Zugang z u einer guten Gesundheitsversorgung eingeschränkt oder gar verwehrt wird.
#798Deshalb wolle n wir die gesundheitliche Daseinsvorsorge in allen Mitgliedstaaten stärken.
#799Dazu gehören auch Vereinbarungen zu mehr Transparenz und PatientInnensicherheit, die die Versorgungsqualität in allen nationalen Gesundheitssystemen, aber insbesondere auch bei grenzüberschreitenden Ve rsorgungswegen, weiter vorantreiben.
#800Es darf nicht dazu kommen, dass in einzelnen Mitgli edstaaten mit Verweis auf grenzüberschrei- tende Angebote die nationalen Versorgungssysteme rü ckgebaut bzw.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: