Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

Dokument lesen

-

vom 22.07.2026 PDF
#1513
Wir GRÜNE stehen zur Erweiterungsagenda, die die Zu kunft des Westbalkans eindeutig in der EU verortet.
#1514
Mit den Staaten Montenegro, Serbien, M azedonien, Albanien, Kosovo und Bosni- en-Herzegowina steht die EU gemeinsam vor der Herau sforderung, auf dem Balkan Frieden, Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung zu förde rn.
#1515
Dafür ist der Fortgang des Erweite- rungsprozesses entscheidend.
#1516
Gleichzeitig hat die E U aus den vergangenen Erweiterungen ge- lernt, in denen Länder zu schnell aufgenommen wurde n.
#1517
Die noch immer bestehenden Proble- me in Rumänien und Bulgarien dienen hierfür als war nendes Beispiel.
#1518
Beschluss (vorläufig): Europawahlprogramm 2014 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN S.
#1519
BDK Dresden, 07.
#1520
Februar 2014 Das Beispiel Kroatien zeigt: Nie zuvor lag die Mess latte für den Beitritt zur EU so hoch.
#1521
Es ist richtig, dass die EU Fortschritte bei wirtschaftlic hen Reformen, der Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien und dem Schutz der Menschenrechte sowie alle weiteren Kopenhagener Kriterien vor Beitritt genau prüft.
#1522
Alle Länder des westlichen Ba lkans sollen die Möglichkeit haben Mitglieder zu werden; dies muss aber nicht gleichzeitig gesche hen.
#1523
Ein Schwerpunkt auf dem Balkan sollte die regionale Kooperation und Aussöhnung sowie die Lösung aller offenen Grenzfragen sein.
#1524
Die EU muss besonders Bosnien und Herzegowina sowie dem Kosovo, die noch einen längeren Weg bis zum Beitritt vor sich haben, zugewandt sein und diese Staaten gezielt unterstützen.
#1525
Dies gilt auch für den Beitritt der Türkei.
#1526
Wir GRÜ NE sprechen uns für faire und transparente Beitrittsverhandlungen mit der Türkei mit dem Ziel eines Beitritts aus.
#1527
Derzeit erfüllt die Türkei die Voraussetzungen für einen Beitritt nicht, wie d ie unangemessene Polizeigewalt gegen die DemonstrantInnen im Istanbuler Gezi-Park und andere n Teilen des Landes, die Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit und auch der Umgan g der Regierung mit dem Korruptions- skandal deutlich machten.
#1528
Doch eine glaubwürdige Beitrittsperspektive kann Dy namik in die demokratischen und rechts- staatlichen Veränderungen bringen und die Reformkrä fte im Land stärken.
#1529
Rechte, die türki- schen Staatsangehörigen nach dem Assoziierungsabkom men zustehen, wie Visa-Freiheit und Aufenthaltsrecht in der EU, wollen wir endlich umse tzen.
#1530
Analog soll auch die Ukraine, wo hun- derttausende Menschen für die Europäisierung des La ndes und die Annäherung an Europa auf die Straße gingen, eine klare Beitrittsperspektive erhalten.
#1531
Die EU muss auch anderen potenziellen Beitrittskand idaten auf Grundlage überprüfbarer Fort- schritte enge, über die bisherigen Assoziierungsabk ommen hinausgehende Kooperation anbie- ten.
#1532
Die Europäische Union als gute Nachbarin Für eine gute Nachbarschaftspolitik brauchen wir ei nen anderen Kurs.
#1533
Oftmals wurden wirt- schaftliche Interessen und vermeintliche Stabilität vor die Förderung von Demokratie und Men- schenrechten gestellt.
#1534
Das war insbesondere bei dem Konzept der Mittelmeerunion der Fall.
#1535
Die EU braucht einen grundsätzlichen Neuansatz für den gesamten Mittelmeerraum.
#1536
Die EU sollte Anreize für demokratische Reformen setzen, die eine n Mehrwert bieten, und nicht bevormun- den.
#1537
Daher setzen wir uns für großzügige finanziell e Hilfen, Erleichterungen bei der Visaverga- be, Marktzugang und Arbeitsmigration ein.
#1538
Dazu gehö rt auch, Kulturaustausch zu fördern und jungen Menschen umfassende Möglichkeiten zu Ausbild ung und Studium in der EU zu bieten.
#1539
Diese Angebote brauchen klare Kriterien und Mechani smen der Überprüfung, damit nicht er- neut autoritäre Regierungen gestützt werden.
#1540
Wir un terstützen demokratische Reformbemü- hungen in Nordafrika und der arabischen Welt.
#1541
Das B eispiel Ägypten, wo sich nach einem hoff- nungsvollen Start wieder eine Militärherrschaft zu verfestigen droht, zeigt aber auch, dass De- mokratisierung ein langer und mit Rückschlägen verb undener Prozess sein kann.
#1542
Die Östliche Partnerschaft mit den Ländern Moldawie n, Ukraine, Belarus, Georgien, Armenien und Aserbaidschan ist einer der Schwerpunkte europä ischer Außen- und Nachbarschaftspolitik.
#1543
Die Europäische Union sollte diese Länder und Russl and in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, grenzüberschreitende Kooperatio n, wirtschaftliche Modernisierung, ge- meinsame europäische Sicherheit und Reisefreiheit u nterstützen.


Fenster schließen und zurück

Anzeige: