Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 22.07.2026 PDF
#1460
Februar 2014 Zölle auf die Importe aus AKP-Staaten anheben, wenn sie die Handelsabkommen nicht unter- zeichnen.
#1461
Diese Erpressung lehnen wir ab.
#1462
Die EU-Handelspolitik wird geleitet von einem überh olten Wachstumsbegriff und kurzsichtigen Wirtschaftsinteressen.
#1463
Wir fordern verbindliche Nac hhaltigkeitsklauseln in den Abkommen, so- zial-ökologische und menschenrechtliche Folgenabsch ätzung vor Aufnahme von Verhandlungen sowie nach deren Abschluss periodische Überprüfunge n ihrer Konsequenzen.
#1464
Faire Abkommen wahren die Menschenrechte und fördern nachhaltige E ntwicklung, nehmen Ländern des globa- len Südens nicht die Macht zur Regulierung und erke nnen legitime Schutzinteressen an.
#1465
Wir GRÜNE fordern mehr Transparenz und mehr parlame ntarische Mitbestimmung in der EU- Handelspolitik, die bisher unter Ausschluss der Öff entlichkeit stattfindet und bei der die Parla- mente nur Zaungäste sind.
#1466
Freihandelsabkommen bergen die Gefahr der Ausweitun g von Investor-Staats-Klagen.
#1467
Diese er- mächtigen Unternehmen, auf schwammigen Rechtsgrundl agen und unter Umgehung der na- tionalen Rechtssysteme Staaten auf hohe Entschädigu ngssummen zu verklagen, wenn diese de- mokratisch legitimierte Entscheidungen treffen.
#1468
So wurde Argentinien von einem Unternehmen verklagt, weil der Staat nach der Krise die Preise für Wasser senkte, oder Deutschland von Vat- tenfall, weil es den Atomausstieg beschlossen hat.
#1469
Die Verfahren finden vor intransparenten in- ternationalen Schiedsgerichten statt, die in der Re gel zugunsten der Investoren entscheiden.
#1470
Schon die Androhung eines solchen Verfahrens sorgt deshalb häufig dafür, dass Staaten Gesetze nicht oder nur aufgeweicht erlassen.
#1471
Wir sprechen u ns deshalb gegen die Aufnahme solcher In- vestor-Staats-Klagen in Handelsabkommen aus.
#1472
Der laufende Verhandlungsprozess zum Handelsabkomme n zwischen der EU und den USA (TTIP) ist völlig intransparent.
#1473
Die Verhandlungen werden derzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, die nationalen Parlamente s owie insbesondere das Europäische Parlament sind nicht ausreichend eingebunden.
#1474
Bei e inem Abkommen, das so weitreichende Folgen hat, ist das nicht hinnehmbar.
#1475
Freihandel kann die friedliche Zusammenarbeit und W ohlstand befördern, wenn er in starke ökologische und soziale Leitplanken eingebettet ist .
#1476
So birgt das geplante Abkommen – ebenso wie das zwischen der EU und Kanada (CETA) – sehr gr oße Risiken.
#1477
Wichtige Standards, für die auf der Straße und in den Parlamenten lange gekämpf t wurde, könnten durch ein solches Abkommen ausgehebelt werden – vom europäischen Verb raucherInnen- und Umweltschutz bis hin zur Finanzmarktregulierung in den USA.
#1478
Zusammen mit VerbraucherInnenschutzorganisationen u nd NGOs auf beiden Seiten des Atlantiks warnen wir deshalb vor der Verschlechteru ng von Sozial-, Umwelt-, Lebensmittel-, Gesundheits- und Datenschutzstandards sowie der Ver braucherInnenrechte.
#1479
Wir haben bereits im Sommer 2013 klare Kriterien und Mindestanforderu ngen an das Verhandlungsmandat der Europäischen Kommission formuliert: Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik im Essen haben auf dem EU-Markt nichts verloren.
#1480
Das Chemika lienrecht darf nicht durch die Anerkennung schwächerer US-Regelungen unterwandert werden.
#1481
Das Vorsorgeprinzip hat für uns Vorrang vor den Interessen von Investoren.
#1482
Auch darf ein solches Abkommen nicht dazu führen, Fracking in Europa zu ermöglichen.
#1483
Wir woll en nicht, dass sich durch das Abkommen der Zugang zu Gesundheitsleistungen und die Patient ensicherheit verschlechtern.
#1484
Datenschutzstandards wollen wir aus- statt abbauen, Finanzdienstleistungen dürfen nicht dereguliert werden.
#1485
Eine Monopolisierung von Rechte n geistigen Eigentums oder Biopatente wollen wir nicht, ebenso wenig wie eine Aushöhlung der demokratischen Entscheidungsprozesse durch Investor-Staat-Klagen.
#1486
Die öffentlichen Dienstleistungen wie insbesondere die Wasserversorgung sollen ebenso aus genommen werden, wie der Agrar- und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Beschluss (vorläufig): Europawahlprogramm 2014 BDK Dresden, 07.
#1487
Februar 2014 S.
#1488
Lebensmittelsektor sowie der Bereich audiovisuelle Medien und Kultur.
#1489
Das Verhandlungsmandat der EU-Kommission beachtet d iese Bedenken nicht.
#1490
Wir GRÜNE haben deshalb im Europaparlament gegen die Parlamen tsresolution zum Verhandlungsmandat gestimmt.


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