Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 22.07.2026 PDF
#1447
Die Mehrheit der Weltbevölkerung muss auch in der Weltb ank und im Internationalen Währungs- fonds angemessen vertreten sein.
#1448
Die Welthandelsorganisation (WTO) ist blockiert.
#1449
Di e EU-Kommission treibt jedoch ihre Liberali- sierungsagenda außerhalb internationaler Foren vora n.
#1450
Bilaterale Freihandelsabkommen sprie- ßen wie Wildwuchs aus dem Boden.
#1451
Diese Entwicklung schwächt die Verhandlungsposition der ärmeren Länder und läuft einer gerechten Weltwirtsc haftsordnung zuwider.
#1452
Wir stehen für eine weitreichende Reform der WTO und der internationale n Welthandelsordnung.
#1453
Das beinhaltet eine konsequente Ausrichtung an Menschenrechten, Um weltschutz und nachhaltiger Entwick- lung sowie mehr Transparenz und Beteiligung von Par lamenten und der Zivilgesellschaft bei den Verhandlungen.
#1454
Es muss ein Moratorium für neue Them en geben, die auf die Liberalisierungsa- genda der WTO gesetzt werden; das betrifft z.
#1455
ff entliche Beschaffung und öffentliche Dienstleistungen.
#1456
Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit den Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks dürfen nicht durch falsche Liberalisie rungsvorstellungen der EU geprägt werden.
#1457
Durch den Abbau von Zöllen und anderen Importschran ken werden die ohnehin geringen Staatseinnahmen der AKP-Staaten erheblich reduziert und die heimischen Industrien, das Hand- werk und die Märkte mit Billigimporten aus der EU n och stärker belastet als bisher.
#1458
Die EU will Beschluss (vorläufig): Europawahlprogramm 2014 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN S.
#1459
BDK Dresden, 07.
#1460
Februar 2014 Zölle auf die Importe aus AKP-Staaten anheben, wenn sie die Handelsabkommen nicht unter- zeichnen.
#1461
Diese Erpressung lehnen wir ab.
#1462
Die EU-Handelspolitik wird geleitet von einem überh olten Wachstumsbegriff und kurzsichtigen Wirtschaftsinteressen.
#1463
Wir fordern verbindliche Nac hhaltigkeitsklauseln in den Abkommen, so- zial-ökologische und menschenrechtliche Folgenabsch ätzung vor Aufnahme von Verhandlungen sowie nach deren Abschluss periodische Überprüfunge n ihrer Konsequenzen.
#1464
Faire Abkommen wahren die Menschenrechte und fördern nachhaltige E ntwicklung, nehmen Ländern des globa- len Südens nicht die Macht zur Regulierung und erke nnen legitime Schutzinteressen an.
#1465
Wir GRÜNE fordern mehr Transparenz und mehr parlame ntarische Mitbestimmung in der EU- Handelspolitik, die bisher unter Ausschluss der Öff entlichkeit stattfindet und bei der die Parla- mente nur Zaungäste sind.
#1466
Freihandelsabkommen bergen die Gefahr der Ausweitun g von Investor-Staats-Klagen.
#1467
Diese er- mächtigen Unternehmen, auf schwammigen Rechtsgrundl agen und unter Umgehung der na- tionalen Rechtssysteme Staaten auf hohe Entschädigu ngssummen zu verklagen, wenn diese de- mokratisch legitimierte Entscheidungen treffen.
#1468
So wurde Argentinien von einem Unternehmen verklagt, weil der Staat nach der Krise die Preise für Wasser senkte, oder Deutschland von Vat- tenfall, weil es den Atomausstieg beschlossen hat.
#1469
Die Verfahren finden vor intransparenten in- ternationalen Schiedsgerichten statt, die in der Re gel zugunsten der Investoren entscheiden.
#1470
Schon die Androhung eines solchen Verfahrens sorgt deshalb häufig dafür, dass Staaten Gesetze nicht oder nur aufgeweicht erlassen.
#1471
Wir sprechen u ns deshalb gegen die Aufnahme solcher In- vestor-Staats-Klagen in Handelsabkommen aus.
#1472
Der laufende Verhandlungsprozess zum Handelsabkomme n zwischen der EU und den USA (TTIP) ist völlig intransparent.
#1473
Die Verhandlungen werden derzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, die nationalen Parlamente s owie insbesondere das Europäische Parlament sind nicht ausreichend eingebunden.
#1474
Bei e inem Abkommen, das so weitreichende Folgen hat, ist das nicht hinnehmbar.
#1475
Freihandel kann die friedliche Zusammenarbeit und W ohlstand befördern, wenn er in starke ökologische und soziale Leitplanken eingebettet ist .
#1476
So birgt das geplante Abkommen – ebenso wie das zwischen der EU und Kanada (CETA) – sehr gr oße Risiken.
#1477
Wichtige Standards, für die auf der Straße und in den Parlamenten lange gekämpf t wurde, könnten durch ein solches Abkommen ausgehebelt werden – vom europäischen Verb raucherInnen- und Umweltschutz bis hin zur Finanzmarktregulierung in den USA.


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