Dokument lesen
-
vom 15.01.2026 PDF
#40
Fenster schließen und zurück
Die FDP bekräftigt ihre Haltung, dass die notwendigen Reformen der EU möglichst von allen Mitgliedstaaten gemeinsam zu erreichen sind.
#41Andere Modelle sind aber zulässig und sinnvoll, wenn im Interesse der Bürgerinnen und Bürger in Europa gemeinsame Ziele erreicht und konkrete Projekte verwirklicht werden können.
#42Wenn Gruppen von EUStaaten mit Projekten vorausgehen, diese sich bewähren und andere EU-Staaten die Möglichkeit haben, sich später daran zu beteiligen, ist dies mit dem europäischen Gedanken vereinbar, wie die Einführung des Euro, des Schengenraums und die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) gezeigt haben.
#43Der europäische Einigungsprozess sollte durch die Anwendung der verstärkten Zusammenarbeit intensiviert werden, zum Beispiel auf den Feldern Bankenaufsicht, Verteidigungspolitik oder im materiellen Strafrecht.
#44Die FDP hat die Erweiterung der Europäischen Union mitgetragen.
#45Das war politisch und moralisch richtig so – und es lag in unserem eigenen Interesse.
#46Eine enorme Wirtschaftsdynamik in den neuen Mitgliedstaaten hat in unserem Land zu zahlreichen neuen Arbeitsplätzen geführt.
#47Für die FDP steht in den nächsten Jahren das bürgergesellschaftliche Engagement für Verständigung zwischen alten und neuen Mitgliedern im Vordergrund, um die politisch vollzogene Erweiterung auch durch ein Zusammenwachsen der Gesellschaften nachhaltig zu verankern.
#48Ein besseres Verständnis der Deutschen und Polen für einander ist genauso wie das gute Verständnis zwischen Deutschen und Franzosen Voraussetzung für den Erfolg der EU.
#49Eine an den Zielen des Vertrages von Lissabon orientierte EU-Reform ist für die FDP nun jedoch Voraussetzung für die Aufnahme weiterer Staaten.
#50Mit Kroatien, das größte Anstrengungen unternommen hat, um sich auf einen EU-Beitritt vorzubereiten, sind die Verhandlungen allerdings bereits weit fortgeschritten, der Beitritt erscheint daher auch im Rahmen einer Teilreform denkbar.
#51Das gilt auch für Norwegen, Island und die Schweiz, sofern sie den Beitritt beantragen sollten.
#52Die Entscheidung über einen EU-Beitritt der Türkei steht in der kommenden Legislaturperiode noch nicht an.
#53Die Türkei hat zwar eine Reihe wichtiger Reformschritte gemacht, in vielen Bereichen gibt es aber noch erhebliche Defizite bei der Erreichung der EU-Standards (Kopenhagener Kriterien), die für einen Beitritt erfüllt sein müssen.
#54Schlüssel für den Beitritt zur EU sind die Umsetzung der Reformen in der Türkei und die Aufnahmefähigkeit der EU.
#55Die Staaten des westlichen Balkans haben eine mittel- bis langfristige Perspektive, der EU beitreten zu können, was die FDP unterstützt.
#56Langfristig gilt dies auch für die Ukraine.
#57Für die Bürgerinnen und Bürger ist entscheidend, dass die Glaubwürdigkeit der Erweiterungspolitik der EU wieder hergestellt wird.
#58Für die FDP gilt: Beitrittsverhandlungen müssen ergebnisoffen geführt werden.
#59Einen „Rabatt“ bei den Kriterien oder gar einen Beitrittsautomatismus, zum Beispiel durch Nennung eines Beitrittsdatums vor Abschluss der Verhandlungen, darf es nicht geben.
#60Die FDP will eine demokratische, transparente und bürgernahe EU, die nach liberalen Grundsätzen gestaltet ist und den Rahmen dafür schafft, dass die Bürgerinnen und Bürger Lebenschancen ergreifen und ihr Leben frei und eigenverantwortlich gestalten können.
#61Wir wol12 len ein Europa, das stark, aber schlank ist und seine Kraft aus der Beschränkung auf das Wesentliche schöpft.
#62Die Europäische Union ist unsere Antwort auf die Globalisierung.
#63Ziel der FDP bleibt eine starke politische EU.
#64Die FDP fordert: eine demokratische, verständliche und handlungsfähige EU das Festhalten am Ziel einer umfassenden EU-Reform eine dem Vertrag von Lissabon entsprechende Vertiefung der Union eine glaubwürdige Erweiterungspolitik mit Augenmaß Unterstützung für die jetzigen Beitrittskandidaten eine Absage an jegliche Form von Rabatten bei den Beitrittskriterien den Erhalt der Beitrittsperspektive für die Länder des westlichen Balkans 2.
#65Welche Rolle soll Europa in der Weltpolitik spielen.
#66Die Europäische Union bleibt außenpolitisch noch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.
#67Nur wenn die Mitgliedstaaten das politische Gewicht Europas durch eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), die diesen Namen auch verdient, zur Geltung bringen, können sie Freiheit, Sicherheit und Wohlstand in Europa dauerhaft sicherstellen.
#68In der Georgienkrise hat sich gezeigt, dass gemeinsames europäisches Handeln erfolgreich sein kann.
#69Ein geschlossenes und entschlossenes Vorgehen muss bei der Bewältigung von Konflikten oder dem Eintreten für Menschenrechte und Demokratie zur Regel werden.
#70Hierfür mangelt es nicht an Ressourcen, sondern zuallererst an dem notwendigen politischen Willen der Regierungen, einschließlich der deutschen Bundesregierung.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: