Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

Dokument lesen

-

vom 15.01.2026 PDF
#355
Die FDP fordert: die bedingungslose Verbindlichkeit der EU-Grundrechtecharta in allen EU-Mitgliedstaaten den durch den Vertrag von Lissabon vorgesehenen Beitritt der Europäischen Union zur Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) schnellstmöglich zu vollziehen die verbindliche Festschreibung europaweiter Mindeststandards für Beschuldigte in Strafverfahren, mindestens auf dem Niveau der Europäischen Menschenrechtskonvention in allen europäischen Rechtsgebieten einen wirksamen Datenschutz die Rücknahme der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung und die Überarbeitung des Fluggastdaten-Abkommens mit den USA, sowie Verzicht auf eine Fluggastdatensammlung für innereuropäische Flüge die Sicherung der Grundrechte und der rechtsstaatlichen Grundsätze bei der Aufnahme in alle von der EU geführten Listen zur Sanktionierung von Personen und Organisationen zur Terrorismusbekämpfung größere Zurückhaltung bei strafrechtlichen Sanktionen als schärfstes Mittel zur wirksamen Durchsetzung des Gemeinschaftsrechts Stärkung des ordrepublic-Vorbehalts das Recht der Streitparteien, bei allen Rechtsinstrumenten des Internationalen Privatrechts – auch im Familienrecht – das international zuständige Gericht und das anzuwendende Recht selbst zu wählen die Entwicklung eines umfassenden europäischen Konzepts gegen den Menschenhandel einen effektiven gemeinsamen europäischen Grenzschutz unter strikter Einhaltung des Datenschutzes, der EMRK sowie des Völkerrechts die Entwicklung einer gemeinsamen Asyl- und Einwanderungspolitik unter Wahrung der Kompetenzen der Mitgliedstaaten mit dem Ziel, das Recht auf Asyl in allen Staaten der EU zu gewährleisten und eine Inanspruchnahme auch tatsächlich zu ermöglichen die Stärkung der demokratischen Komponente der europäischen Innen- und Justizpolitik durch den Ausbau der Beteiligungsrechte des Europäischen Parlaments und der nationalen Parlamente die verstärkte Nutzung von befristeten Rechtsakten und Evaluierungsmechanismen in der EU-Gesetzgebung die institutionelle Absicherung des Grundrechtsschutzes durch die Trennung von Innen- und Justizpolitik in der EU-Kommission mit einem eigenen EU-Justiz- und Grundrechtekommissar die volle gerichtliche Überprüfbarkeit aller gesetzgeberischen Maßnahmen der EU durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu garantieren 11.
#356
Wie gestalten wir das Miteinander von Mensch und Natur.
#357
Die EU hat hohe Umweltstandards und Rechtsgrundlagen zu deren Durchsetzung in allen EU-Mitgliedstaaten geschaffen.
#358
Dies zählen die Liberalen zu den größten Errungenschaften der EU.
#359
Allerdings gibt es hier ein großes Vollzugsdefizit: In keinem anderen Politikbereich sind mehr Nichtumsetzungsverfahren anhängig.
#360
Deshalb muss die EU Verstöße konsequenter verfolgen und zugleich die Regelungsdichte merklich verringern.
#361
In der vergangenen Legislaturperiode waren die Liberalen erfolgreich: Im Chemikalienrecht konnte erreicht werden, dass die Kontrollbürokratie für kleinere und mittelständische Betriebe zumutbar bleibt.
#362
Die ab 2010 geltende neue Luftqualitätsrichtlinie trägt eine liberale Handschrift: Die Kommunen erhalten mehr Entscheidungsfreiheiten.
#363
Statt der kurzsichtigen Betrachtung von Tagesgrenzwerten für Feinstaub wechselt der Fokus auf Jahresmittelwerte; nicht vom Menschen verursachte Einflüsse finden zukünftig Berücksichtigung.
#364
In vielen weiteren Gesetzgebungsverfahren konnten die Liberalen Akzente setzen für eine Politik der Anreize statt Verbote, für Subsidiarität und Bürokratieabbau.
#365
Liberale Umweltpolitik definiert Ziele; die Wahl der Instrumente zu deren Erreichung überlässt sie dem Wettbewerb um die besten Ideen.
#366
Die FDP will eine europäische Umweltpolitik mit mehr Markt und Eigenverantwortung.
#367
Staatliches Ordnungsrecht kann nur letztes Mittel sein.
#368
Es darf keine Politik der Symbolmaßnahmen geben.
#369
Diffuse Ängste akzeptieren Liberale nicht als politische Ratgeber.
#370
Nur Fakten über tatsächliche Gefährdungen sowie den realen Nutzen von Maßnahmen sind die Grundlagen liberaler Umweltpolitik.
#371
In der Abfallpolitik fordert die FDP eine dreistufige Abfallhierarchie, d.
#372
Abfallvermeidung vor Verwertung vor Beseitigung.
#373
Grundsätzlich müssen alle Formen der Verwertung als gleichwertige Optionen betrachtet werden: Ob stoffliche oder energetische Verwertung erfordert eine ökologische Einzelfallbetrachtung.
#374
Bei der Umsatzsteuer für Abfall und Abwasser sollen private und öffentliche Entsorger gleichgestellt werden.
#375
Es soll der ermäßigte Umsatzsteuersatz zur Anwendung kommen können.
#376
Die zum Teil missbräuchlich genutzten Spielräume der Mitgliedstaaten bei Emissionsgrenzwerten für Industrieanlagen müssen abgeschafft werden.
#377
Die FDP unterstützt einheitliche europäische Standards für deren Genehmigung und Betrieb durch eine Revision der Richtlinie über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU-Richtlinie).
#378
Die FDP fordert eine europaweite Regelung zur Einführung lärmabhängiger Trassenpreise, damit lärmärmere Schienenfahrzeuge in der EU eingesetzt werden.
#379
Die bestehenden Grenzwerte für Reifengeräusche (EU-Reifenrichtlinie) müssen verschärft werden.
#380
Im Schiffsverkehr müssen die Luftverunreinigungen durch Schwefelund Stickstoffemissionen gesenkt werden.
#381
Neben einer Verschärfung von Grenzwerten muss vor allem eine flächendeckende landseitige Stromversorgung der Schiffe während der Liegezeiten in Häfen aufgebaut werden.
#382
Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie muss durch eine länderübergreifende Zusammenarbeit besser umgesetzt werden.
#383
Die illegale Fischerei muss wirksam bekämpft werden.
#384
Zugleich sollte auch bei der Ausgestaltung der EU-Fischereiabkommen die nachhaltige Fischerei stärker berücksichtigt werden.
#385
Ein Verbot der Grundschleppnetz- Fischerei wird von den Liberalen unterstützt.


Fenster schließen und zurück

Anzeige: