Dokument lesen
-
vom 15.01.2026 PDF
#264
Fenster schließen und zurück
Die Menschen in Europa sollen selbst bestimmen, wie und wo sie leben und arbeiten möchten.
#265Dafür brauchen sie passende Rahmenbedingungen.
#266Demografischer Wandel und wachsende Konkurrenz aus Schwellenländern erfordern nachhaltige Reformen in allen Mitgliedsstaaten.
#267Die FDP will, dass soziale Reformen in alleiniger Verantwortung der Mitgliedstaaten verbleiben.
#268Sozialpolitik darf niemals vereinheitlichen, sie muss nah am Bürger gestaltet sein, um ihre volle Wirkung entfalten zu können.
#269Im globalen Vergleich sprechen wir häufig von dem „europäischen Gesellschafts- und Sozialmodell“, das sich auf die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft stützt.
#270Wir müssen aber bedenken, dass sich unter dem Dach der EU 27 Systeme zusammenfinden, die auf verschiedensten Traditionen und Lebenswirklichkeiten basieren.
#271Arbeitsmarkt- und sozialpolitische Herausforderungen lassen sich nicht leicht vergleichen.
#272Wir brauchen daher maßgeschneiderte Konzepte, die unterschiedliche Realitäten innerhalb der EU widerspiegeln.
#273Das heißt nicht, dass wir nur auf uns selber schauen sollen.
#274Es zeigt sich, dass andere Mitgliedstaaten politische Instrumente erfolgreicher einsetzen.
#275Wir müssen voneinander lernen, und genau darin sehen wir Europas Aufgabe.
#276Die Europäische Union ist Plattform für Austausch und Vergleich.
#277So können bewährte Praktiken ermittelt und der Wettbewerb der Systeme sinnvoll genutzt werden.
#278Ein besonderes Augenmerk sollte im Rahmen des Austauschs von Best Practices auf der Schaffung einer familienfreundlichen Arbeitswelt liegen.
#279Die FDP will, dass die EU im sozialpolitischen Bereich nur bei grenzüberschrei31 tenden Fragen selbst tätig wird.
#280Wichtig sind Anstrengungen hinsichtlich der Förderung der Arbeitnehmermobilität durch soziale Absicherung und medizinische Versorgung bei einem längeren Aufenthalt im Ausland aus beruflichen oder anderen Gründen.
#281Außerdem wünschen wir uns zukunftsgerichtete Maßnahmen zur Förderung der Bildung und Innovation, um gerade für die nachkommenden Generationen beste Voraussetzungen zu schaffen.
#282Ziel sind offene und flexible Märkte, keine fortschrittsfeindlichen Subventionen mit rein protektionistischer Wirkung.
#283In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Anforderungen an Europa drastisch gewandelt.
#284Die Globalisierung und der demografische Wandel stellen unsere Volkswirtschaften vor neue Herausforderungen.
#285Wir müssen jetzt die richtigen Reformen durchführen, um unsere Ausgangsposition zu verbessern und um von den Chancen der Globalisierung profitieren zu können.
#286Denn was Arbeit schafft, ist auch sozial.
#287Aufgabe der Europäischen Union ist es, darüber zu wachen, dass bisher erreichte Standards nicht wieder verwässert werden.
#288Sozialpolitik auf europäischer Ebene stärker zu zentralisieren, ist der falsche Weg, den Bürgern die Vorteile Europas zu vermitteln.
#289Denn nicht alles, was aus Europa kommt, nützt dem Bürger, wie die Ausweitung der EU-Antidiskriminierungsvorschriften zeigt.
#290So führt die rechtstaatlich problematische Beweislastumkehr in der Richtlinie zu mehr Unsicherheit und Unaufrichtigkeit.
#291Die Tatsache, dass nun Beschuldigungen ohne ausreichende Beweise vorgetragen werden, bringt auch unbescholtene Bürger leicht in Erklärungsnot.
#292Wirkungsvoller wäre es, wenn sich die EU durch Unterstützung von Vielfalt und Toleranz fördernden Projekten aus der Zivilgesellschaft und durch eine aktive Bekämpfung staatlicher Diskriminierung für betroffene Bürger einsetzt.
#293Ein mehr an bürokratischer Regulierung hilft nicht, das Vertrauen in die EU zu stärken.
#294Gut gemeinte Verbesserungsvorschläge auf EU32 Ebene führen gerade in der Sozialpolitik schnell zu Bevormundung und Gleichmacherei, die an den individuellen Bedürfnissen der Bürger vorbei gehen.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: