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vom 14.01.2026 PDF
#85
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Insbesondere China ist verstärkt in internationale Verantwortung einzubinden.
#86Auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) muss dringend erweitert werden, um die Legitimität der UNO zu erhöhen.
#87Wir setzen uns für einen gemeinsamen europäischen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat im Rahmen einer Gesamtreform der UNO ein.
#88Ein ständiger deutscher Sitz ist nur die zweitbeste Lösung, bis die Forderung nach einem europäischen Sitz Realität geworden ist.
#89In diesem Fall muss Deutschland den deutschen Sitz im Sicherheitsrat treuhänderisch auch für die anderen EU-Partner wahrnehmen.
#90Europa muss sich in die Lage versetzen, eigenständig Konfliktfällen vorzubeugen und gegebenenfalls schnell, gemeinsam und flexibel zu reagieren.
#91Primär geht es darum, durch politische Maßnahmen die Menschenrechte zu sichern, Demokratie zu fördern, friedliche Konfliktlösung zu unterstützen und bewaffnete Konflikte zu vermeiden.
#92Militärisches Eingreifen kann immer nur das letzte Mittel sein; die Kultur der militärischen Zurückhaltung wird von der FDP auch im europäischen Rahmen verteidigt.
#93Als Ausdruck der Werte- und Verantwortungsgemeinschaft zwischen Europa und Nordamerika und als Sicherheitsanker ist die Nordatlan15 tikvertrag-Organisation (NATO) weiterhin unverzichtbar.
#94Um das europäische Gewicht in der NATO weiter zu stärken, muss der Ausbau der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) vorangetrieben werden.
#95Wir begrüßen die Initiative Frankreichs, in die militärische Integration der NATO zurück zu kehren.
#96Europa hat derzeit in 27 nationalen Streitkräften 2 Millionen Soldaten unter Waffen und gibt dafür ca.
#97Euro jährlich aus.
#98Dies führt zu einer gigantischen Verschwendung von Steuermitteln, sowie Mehrfachstrukturen bei der militärischen Organisation, Rüstungsentwicklung und Rüstungsbeschaffung.
#99Liberale wollen diese Zersplitterung überwinden, ohne dabei die Verteidigungsausgaben zu erhöhen oder gar die USA zu kopieren.
#100In einem ersten Schritt müssen Rüstungsentwicklung und Rüstungsbeschaffung deshalb im Rahmen der EU stattfinden; das Ziel gemeinsamer europäischer Streitkräfte unter parlamentarischer Kontrolle muss in nächster Zeit verstärkt verfolgt werden.
#101Der EU-Verhaltenskodex für Rüstungsexporte muss rechtsverbindlich werden.
#102Die Bundesregierung muss auf europäischer Ebene neue Initiativen für eine effiziente Abrüstungspolitik und Rüstungskontrolle anstoßen.
#103Die Europäische Union ist mit ihren 27 Mitgliedstaaten der größte Geber im Rahmen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZ).
#104Ziel liberaler europäischer Entwicklungspolitik ist es, Armutsursachen zu bekämpfen und den Menschen zu ermöglichen, ihren eigenen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, um ein Leben in Würde, Freiheit und Selbstbestimmung zu führen.
#105Dafür müssen die Mittel der Europäischen EZ mit größtmöglicher Effizienz und Transparenz eingesetzt und entsprechende Erfolgskontrollen durchgeführt werden.
#106Zugleich muss es eine klare Aufgabenverteilung zwischen der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten geben, was die Themen und Länder betrifft.
#107Wo mehrere Länder vor Ort tätig sind, sollte die EU vor allem koordinierend tätig werden.
#108Die FDP fordert: ein aktives Eintreten der EU für Menschenrechte und Demokratieförderung an der Kultur der militärischen Zurückhaltung festzuhalten eine Stärkung der europäischen Rolle in internationalen Organisationen durch bessere Koordination der Mitgliedsstaaten neue europäische Initiativen zu Abrüstung und Rüstungskontrolle mit dem Ziel einer weltweiten wesentlichen Reduzierung der Nuklearwaffen aller Atomwaffenmächte und die Beseitigung aller atomaren Kurzstreckenwaffen den Aufbau eines Europäischen Auswärtigen Dienstes eine klare Zuständigkeitsaufteilung zwischen dem Hohen Beauftragten für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, der die EU nach außen vertritt, und dem Präsidenten des Europäischen Rates langfristig einen europäischen Sitz als ständiges Mitglied im UNSicherheitsrat eine gemeinsame europäische Strategie zur Sicherung der Energie- und Rohstoffversorgung sowie der internationalen Handelsrouten den Übergang zu Mehrheitsentscheidungen im Rahmen der GASP bei gleichzeitiger Verstärkung der Mitwirkungs- und Kontrollrechte des Europäischen Parlaments die Etablierung und Stärkung des europäischen Pfeilers innerhalb der NATO den Aufbau gemeinsamer europäischer Streitkräfte unter gemeinsamem Oberbefehl den EU-Verhaltenskodex für Rüstungsexporte rechtsverbindlich zu machen die Grundsätze einer komplementären, koordinierten und kohärenten europäischen Entwicklungszusammenarbeit einzuhalten die enge Verknüpfung europäischer Entwicklungszusammenarbeit mit der Einhaltung der Menschenrechte und Guter Regierungsführung in den Empfängerländern das Instrument der Budgethilfe nur unter Einhaltung von klaren Bedingungen einzusetzen die Überführung des Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) in den EU-Haushalt und damit volle parlamentarische Kontrolle aller Ausgaben für Entwicklung 3.
#109Wie schaffen wir einen modernen EU-Haushalt.
#110Die Forderung anderer politischer Parteien, die EU brauche mehr Geld, ist falsch.
#111Schon heute hat die EU genügend Eigenmittel, sie werden aber nicht effizient eingesetzt.
#112Immer noch fließt der Großteil der Ausgaben in Agrar- und Strukturfonds.
#113Diese Mittel fehlen für strategische Bereiche europäischer Politik.
#114Das will die FDP ändern.
#115Für Liberale gelten beim EU-Haushalt zwei Maximen: Europäischer Mehrwert und Bürgernähe.
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